Archived entries for eldenaer jazz evenings

34. Eldenaer Jazz Evenings 2014

Eldenaer Jazz Evenings 2014„Vergessene Größe(n) – neu entdeckt“ – so ließe sich das Programm der diesjährigen Eldenaer Jazz Evenings überschreiben. Nahezu vergessenen, musikalischen Jazz-Größen, die ein interessantes Stück Jazz-Geschichte erzählen und darstellen, sind Teile des Programms gewidmet.
Wir laden herzlich ein, diese neu oder wieder für sich zu entdecken: Beispielsweise den Jazzpionier am Saxophon Sidney Bechet, welcher neben seinem Zeitgenossen Louis Armstrong zu den großen Solisten im Jazz gezählt werden muss. Oder aber Jutta Hipp, die in den Fünfzigern in New York als Europe’s First Lady of Jazz bekannt war.
Doch auch andere, jüngere, teils noch wenig „erhörte“ Stimmen werden die Parkanlage der Klosterruine Eldena erfüllen. Wie stets darf sich das Publikum auf Musiker von Weltformat freuen. Vertreter verschiedener Spielarten des Jazz präsentieren ihren eigenen Stil – welcher von mikrotonalem Groove-Jazz über sanfte Piano-Töne und luftigem Vocal-Jazz bis hin zu nahezu betörendem Geigenspiel reichen.

Freitag, 4. Juli 2014

Benjamin Weidekamp Quartett
Benjamin Weidekamp (as, bcl, cl)
Uli Kempendorff (ts, cl)
Ronny Graupe (git)
Christian Marien (dr)

Urbane Groove-Musik mit einer Prise Viertelton – Das Quartett um Benjamin Weidekamp, dem kreativen Kopf von Bands wie „Olaf Ton“ oder „Stereo Lisa“, eröffnet mit seiner unkonventionellen Herangehens- weise und einer humorvollen Note einen spannenden sowie unterhaltsamen Zugang zum zeitgenössischen Jazz. Das Quartett vervollständigen: Uli Kempendorff („Field“), Ronny Graupe („Hyperactive Kid“, „Spoom“) und Christian Marien („Olaf Ton“, „RitscheZast&Marien“, „Miss Platnum“). Die Musik besteht aus Groove, Humor, bedingungsloser Spielfreude, Spaß an Improvisation und einer Menge aufgeschriebener Noten! Die Kompositionen basieren rhythmisch auf den Namen der Bandmitglieder bzw. deren Übersetzung ins Morsealphabet und harmonisch zum Großteil auf FFT-Analysen von Präparationen des Schlagzeugers sowie anderen mikrotonalen Herangehensweisen wie der Splitchordtechnik, wo beispielsweise 12-Tonreihen oder die Tonnamen, welche in den Namen der Musiker vorkommen, in der Mitte durch einen Viertelton geteilt werden. So kommt es z.B. dazu, dass der angeknackste Thaigong des Schlagzeugers spektralanalysiert, rückwärts und in 30facher Zeitlupe als harmonische Grundlage dazu dient, dass jeder seinen Namen 16x morsen kann.

Clara Haberkamp Trio
Clara Haberkamp (p, voc)
Andreas Lang (b)
Tilo Weber (dr)

Das Musikfeuilleton ist sich einig – ein neuer Stern am Jazzhimmel: Das ist die junge Komponistin und Pianistin Clara Haberkamp. Grund genug für uns, diesen Stern am Jazz-Himmel über der Kloster- ruine Eldena erleuchten zu lassen.
Wer einfach nur ihre Musik hört, glaubt kaum, dass Clara Haberkamp erst Mitte zwanzig ist. Sie hat bereits alles, was eine vollendete Tonpoetin braucht. Mit ihrem Klavier, dem sie eine nahezu menschliche Stimme zu entlocken vermag, welche manchmal zart, empfindsam und zurückhaltend sein kann und dann ein andermal durchaus stark, couragiert oder polyphon wie ein ganzer Chor anmutet, erzählt Clara Haberkamp eindrucksvolle Geschichten. Manchmal zieht die Pianistin dabei sogar noch ein weiteres spannendes Register und singt – ganz klar, schön und unverstellt. Eingebettet findet sich dies in der raffinierten Harmonik ihres 2010 gegründeten Clara Haberkamp Trios wieder. Gemeinsam mit dem Bassisten Andreas Lang und dem Schlagzeuger Tilo Weber vermag Clara Haberkamp gekonnt zwischen kompositorischer Finesse, atmosphärischer Wärme und offenem Kollektivspiel zu balancieren. Davon konnten die drei Musiker bereits 2011 die Jury des JazzBaltica-Förderpreises überzeugen. Im Oktober 2013 ist nun endlich das Debüt-Album des Trios, „Nicht rot, nicht weiß, nicht blau“, erschienen, welches auch in Eldena zu Gehör gebracht wird.

NDR Bigband plays Sidney Bechet
Rainer Tempel (arr, cond)
Christof Lauer (sax)
Patrice Héral (dr)
NDR Bigband

Zwar waren Saxophone seiner Zeit schon in Gebrauch, populär allerdings wurde das Instrument erst mit Sidney Bechet. Der Klarinettist hatte 1920 auf einer Europa-Tournee das Sopran-Saxophon für sich entdeckt. Endlich konnte er mit den lauten Kornetten und Posaunen seiner Kollegen mithalten. Er behielt das Vibrato der Oldtime- Klarinettisten bei, entwickelte aber auf dem neuen Instrument eine emotionalere Spielweise und gilt seither als der erste bedeutende Saxophonist des Jazz. Als Jazzmusiker wurde er vor allem in Frankreich populär, wo ihn die Jugend des Existenzialismus verehrte, und er sich 1949 weniger dem Rassismus ausgesetzt sah als in den Vereinigten Staaten. Seine Komposition „Petite Fleur“ machte ihn einem breiten Publikum bekannt. „Er ist ein Künstler, der eine wirklich progressive Sprache erfunden, und sich und seinem Instrument den Weg bereitet hat.“ sagt Christof Lauer, der als Tenorist der NDR Bigband zu den führenden Jazzsolisten Europas gehört. Rainer Tempel hat die Musik Bechets in die Jetzt-Zeit übersetzt und eröffnet ganz neue Perspektiven auf Klassiker wie „Petite Ryck Fleur“ oder „Dans le Rue D’Antibes“.

Samstag, 5. Juli 2014

Sidsel Storm
Sidsel Storm (voc)
Magnus Hjorth (p)
Lasse Mørck (b)
Snorre Kirk (dr)
Tobias Wiklund (tp)

Gesungene Poesie – dieses Attribut wird den Kompositionen der dänischen Jazz-Sängerin Sidsel Storm gern zugesprochen. Bereits ihr Debüt-Album „Sidsel Storm“ aus dem Jahr 2008 brachte der jungen Künstlerin den „Danish Music Award“ für das „Beste Dänische Vocal Jazz Album des Jahres 2009“ ein. Binnen weniger Jahre avancierte die aufstrebende Sängerin zum berühmten Jazz-Star. Mit ihrer strahlenden Stimme hat sie sich in die Herzen und Ohren der nordeuropäischen Musikliebhaber und Kritiker gesungen. Inzwischen hat Sidsel Storm zwei weitere Alben (u.a. „Swedish Lullaby“) produziert. Auf ihrem jüngsten Album „Nothing in between“ zeigt sich die Dänin gewohnt von ihren besten Seiten. Ob mit gefühl- vollen Balladen oder als stimmgewaltige Powerfrau, Sidsel Storm überzeugt einfach mit einem wunderbaren Jazz, der sich gekonnt zwischen Folk und Pop bewegt. Mit ihrem modernen, luftigen Vocal Jazz und ihren eleganten, feinfädigen Eigenkompositionen eröffnet die Dänin ein gefühlvolles, lyrisches Universum, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Adam Bałdych Imaginary Quartet
Adam Bałdych (v)
Paweł Tomaszewski (p)
Michał Barański (b)
Paweł Dobrowolski (dr)

„Zweifellos der größte lebende Geigentechniker des Jazz. Von ihm kann man alles erwarten.“ schrieb Ulrich Olshausen (FAZ) bereits 2011 nach Adam Bałdychs Auftritt in Berlin. Seither hat der 1986 in Gorzów Wielkopolski (zwischen Szczecin und Poznan) geborene Geiger nichts von seiner Faszination verloren: 2012 folgte das wegweisende Album „Imaginary Room“ beim Label ACT. 2013 erhielt Adam Bałdych für dieses Album den Echo Jazz als „Bester Instrumentalist International“. Zahlreiche weitere Nominierungen und Auszeichnungen in Polen und Europa folgten. Adam Bałdych bricht mit sämtlichen Stereotypen eines Jazz-Geigers. Sein energiegeladenes, jugendlich-frisches Auftreten und die sich besonders in seinen Improvisationen ausdrückende Virtuosität unterstreichen seinen Spitznamen „Evil“. Bereits seit seinem 16. Lebensjahr tourt der Violinist international durch Europa, Asien und Amerika. Neben Jazzkompositionen für seine eigenen Projekte komponiert er auch Film- und Theatermusik. Am 30. Mai dieses Jahres erschien sein jüngstes, von den Kritiken viel gelobtes und gemeinsam mit dem Pianisten Yaron Herman aufgenommenes Album „The New Tradition“, aus welchem auch in Eldena Ausschnitte zu Gehör gebracht werden. Sämtliche Mitglieder des Imaginary Quartets graduierten an der Karol Szymanowski Musikakademie Katowice und erspielten sich in den unterschiedlichsten Formationen nationales wie auch internationales Renommee. Sie gehören zu den talentiertesten Jazz-Musikern, die Polen derzeit zu bieten hat.

Julia Hülsmann & Rolf Kühn & guests »Remembering Jutta Hipp«
Julia Hülsmann (p
Rolf Kühn (cl)
Marc Muellbauer (b)
Uli Kempendorff (ts)
Christian Lillinger (dr)

Jutta Hipp, 1925 in Leipzig geboren, begeisterte sich bereits während ihres Studiums der angewandten Kunst heimlich für den Jazz. Nach dem Krieg begründete sie in Frankfurt am Main ihre eigenen Combos, denen u.a. Albert und Emil Mangelsdorff angehörten. Der „deutschen Piano-Hoffnung“ des Cool Jazz ermöglichte 1956 ein Vertrag mit dem Label „Blue Note“ die Übersiedlung in die USA, wo sie sogleich die Alben „Jutta Hipp and Zoot Sims“ und „At the Hickory House“ einspielte. Nach ihrer Teilnahme am Newport-Festival zog sich Hipp zurück. Ob sie dem Druck des Musikbusiness nicht gewachsen oder der Rückzug ein Schritt zu einer größeren persönlichen Unabhängigkeit war, lassen wir wie die Frage, ob sie sich in der aktuellen Legende vom „rothaarigen Engel mit den gebrochenen Flügeln“ wiederfinden würde, hier offen. Julia Hülsmann und Rolf Kühn haben, einer Idee Bert Nogliks folgend, eine Hommage an das „Fräuleinwunder“ des deutschen Jazz gefunden, die auch in der Person Rolf Kühns, den Jutta Hipp 1947 in Leipzig mit Benny Goodmans Musik bekannt gemacht hat, begründet ist.


4. & 5. Juli 2014
Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr

Klosterruine Eldena, Greifswald

Tageskarte: 27 Euro (erm. 22 Euro)
Festivalkarte: 44 Euro (keine Ermäßigungen)
VVK: Stadtinformation Greifswald, RESERVIX

kostenloses Bus-Shuttle in die Innenstadt jeweils um 00:15 Uhr

Weiter Informationen auf www.eldenaer-jazz-evenings.de.

33. Eldenaer Jazz Evenings 2013

Eldenaer Jazz Evenings 2013Der Jazz als Musik des 20. Jahrhundert hat sich in das neue Millennium als eine Bewegung hinein entwickelt, in der scheinbar alle Stilrichtungen und Herangehensweisen gleichzeitig nebeneinander existieren und jede Innovation mit einem Bekenntnis zu älteren Stilen begleitet wird.
Darum erklingen bei den XXXIII. Jazz Evenings 2013 in der Klosterruine Eldena, dem Sinnbild der deutschen Romantik: „Nujazz“ und Big-bandsound, Chansons mit Elementen des Scat-Gesangs, deutsch-skandinavische und polnische Jazz-Avantgarde mit Elementen von Folk, Klezmer, Post-Rock, No Wave und Noise.
Diese Einheit in der Vielfalt einer Musikrichtung, die ihre Wurzeln in den einfachen Strukturen und Harmonie ihres Anfangs hat, ist die konkrete Utopie der Jazzmusik für eine Welt, die einerseits globaler und komplexer anderseits regionaler und einfacher geworden ist.

Freuen Sie sich also auf ein spannendes Gesamtkunstwerk in dem romantischen Parkgelände der Klosterruine Eldena.

Freitag, 5. Juli 2013

Philipp Gropper’s Philm (DE/DK/NO)
Andreas Lang – kb
Håvard Wiik – p
Oliver Steidle – dr
Philipp Gropper – ts

Cécile Verny-Quartet (CI, DE)
Cécile Verny – voc
Bernd Heitzler – b
Andreas Erchinger – p, keys
Lars Binder – dr, perc

Hannes Zerbe Jazz Orchester (DE)
Jürgen Kupke – cl
Silke Eberhard – as,cl
Nico Lohmann – as, fl
Alexander Beierbach – bar
Dirk Engelhardt – ts, flgh
Gebhard Ullmann – bcl, fl
Nikolas Neuser – tp, flgh
Damir Bacikin – tp
Donat Kubrinski – tp
Stefan Most – Frenchhorn
Florian Juncker – tb
Jörg Huke – tb
Thomas Vogel – tuba
Jörg Schippa – git
Horst Nonnenmacher – kb
Christian Marien – dr
Hannes Zerbe – p, comp, arr

Samstag, 6. Juli 2013

Flickstick (DE)
Lisa Stick – tb, comp
Birgitta Flick – ts, comp
Aleksi Ranta – git
Jakob Dreyer – b
Hanno Stick – dr

Tingvall Trio (CU/DE/SE)
Martin Tingvall – p
Omar Rodriguez Calvo – b
Jürgen Spiegel – dr

Daktari (PL)
Olgierd Dokalski – tp
Mateusz Franczak – ts
Miron Grzegorkiewicz – git
Maciej Szczepański – b
Robert Alabrudziński – dr

5. & 6. Juli 2013, Einlass: 19 Uhr
Klosterruine Eldena, Greifswald
Tageskarte: 27 Euro (erm. 22 Euro)
Festivalkarte: 44 Euro (keine Ermäßigungen)
VVK: Stadtinformation Greifswald, www.tixxo.com

Weiter Informationen auf www.eldenaer-jazz-evenings.de.

32. Eldenaer Jazz Evenings 2012

Eldenaer Jazz Evenings 2012Die 70er Jahre, welche musikalisch vornehmlich von Disco Musik und dem in England aufkommenden Punk geprägt waren, bilden einen thematischen Schwerpunkt im Programm der diesjährigen Eldenaer Jazz Evenings. Damals waren Lava Lampen, Blümchentapeten und Bonanzaräder der letzte Schrei und im Zuge der Retro-Welle erfreuen sich diese Dinge auch heute wieder großer Beliebtheit.

Ein musikalischer Vertreter der Blaxploitationbewegung in den USA der 70er Jahren war der Musiker Sun Ra: Die achtköpfige Band Heliocentric Counterblast verbeugt sich, ohne Sun Ra zu kopieren, mit ihrem Programm vor einem Visionär, der heute ebenso bedeutender Bestandteil der Jazzgeschichte ist wie es Duke Ellington, Miles Davis und John Coltrane sind.

Einen anderen Zugang zu dieser Ära, die gleichermaßen vom Kalten Krieg, den Ereignissen in Vietnam, der Ölkrise oder aber vom Terror der RAF geprägt waren, findet Pascal von Wroblewsky – gemeinsam mit ihren Musikerkollegen Jürgen Heckel, Peter Michailow und Max Hughes – in ihrem Programm „Seventies Songbook“. Für die Künstlerin sind die Hits jener Dekade aktueller denn je zuvor. Man darf also gespannt sein auf ein „Smoke on the water“ – präsentiert im Jazzstan- dard eines Duke Ellington.
Für viele Greifswalder ist Pascal von Wroblewskys Auftritt bei den Eldenaer Jazz Evenings ein Wiedersehen mit einer großartigen und vielseitigen Sängerin, die seit 1983 in verschiedenen Formationen als Musikerin und Sängerin bundes- und europaweit unterwegs war.

Ein weiteres Highlight an diesem Jazz-Wochenende wird neben den anderen spannenden jungen und internationalen Größen, die eindrucksvolle musikalische Erlebnisse garantieren, The Jellyfish Jazz Orchestra – die „Beste Laienbigband Deutschlands“ – sein.

Freuen Sie sich also auf ein spannendes Gesamtkunstwerk in dem romantischen Parkgelände der Klosterruine Eldena.

Freitag, 6. Juli 2012

Lisbeth Quartett (DE)
Charlotte Greve (sax, comp)
Marc Muellbauer (b)
Manuel Schmiedel (p)
Moritz Baumgärtner (dr)

Mette Juul (DK)
Mette Juul (voc, git)
Morten Ramsbøl (b)
Heine Hansen (p)

Heliocentric Counterblast (DE)
Nikolaus Neuser (tp)
Dirk Steglich (fl/ts)
Gerhard Gschlössl (tb)
Mike Majkowski (b)
Kathrin Lembke (as)
Andreas Dormann (bar)
Niko Meinhold (p/space-keys)
Philipp Bernhardt (dr)

Samstag, 7. Juli 2012

The Jellyfish Jazz Orchestra (DE)
Jana Rohloff (cond)

Albatrosh (NO)
Eyolf Dale (p)
André Roligheten (ts, bcl)

Pascal von Wroblewsky (DE)
Pascal von Wroblewsky (voc, perc, octapad)
Peter Michailow (dr, perc)
Jürgen Heckel (e & ac git)
Max Hughes (eb)

6. & 7. Juli 2012, Einlass: 19 Uhr
Klosterruine Eldena, Greifswald
Tageskarte: 25 Euro (erm. 20 Euro)
Festivalkarte: 40 Euro (keine Ermäßigungen)
VVK: Stadtinformation Greifswald, www.tixxo.com

Weiter Informationen auf www.eldenaer-jazz-evenings.de.

Kopf- und Herzmusik – Der erste Abend der 31. Eldenaer Jazz Evenings

Der Eröffnungsabend der 31. Eldenaer Jazz Evenings war, maritim frisch, den jüngeren Vertretern des zeitgenössischen Jazz vorbehalten. Das Line-Up enthielt eine dramaturgische Steigerung, die in den Schweizern von Rusconi zweifellos ihren Höhepunkt fand. Das Old York Trio gab mit einem eher kammermusikalischen Sound einen lockeren, luftigen Auftakt und das Trio von Marc Perrenoud bot einen vertrauten, soliden aber jederzeit kreativen und intelligenten Pianojazz, jenseits vom belanglosen „Verbraten“ von Standards – Musik für Kopf und Herz.
Wer dann weiter durchhielt wurde mit einem großartigen Konzerterlebnis nach Hause geschickt. Rusconi präsentierten kein Klaviertrio-Einerlei, sondern entwarfen ihren eigenen Mix aus klaren Strukturen, eruptiven Brüchen, präpariertem Instrumentarium und Klangmalerei aber leicht verdaulich und ziemlich nah am Pop. Irgendwie bekam man zunehmend den Eindruck, Rusconi wollen sich unbedingt aus der „Schublade“ Jazz befreien. Ihre Auseinandersetzung mit dem Schaffen Sonic Youth’s mündete in einen Klang, der tatsächlich mehr mit Rock und Noise zu tun hatte, als mit den üblichen Spielweisen diverser Klaviertrios – Grölen inklusive! Dadurch offenbarten sie ihre musikalische Unabhängigkeit und machten ihren Status als zeitgenössische Exponenten des Jazz deutlich.

EJE 2011 Rusconi

Neben druckvollen Stücken entwickelte das Trio gleichwohl einen unbeschreiblichen musikalischen Sog und verwandelte sich letztlich völlig zur Herzmusik – affektreich aber ohne triefendes Pathos. Danke für diesen Abend!
(Stan Klifoth, Juli 2011)

31. Eldenaer Jazz Evenings 2011

Eldenaer Jazz Evenings 2011Uschi Brüning und Celine Rudolph, das Schweizer Trio Rusconi und die NDR-Bigband mit dem Brasilianer Joao Bosco sowie weitere Jazzmusiker kommen zu den XXXI. Eldenaer Jazz Evenings am 1. und 2. Juli 2011 nach Greifswald in die Klosterruine Eldena.

Bekanntes und Neues findet sich im Programm der aktuellen Jazz Evenings 2011 wieder. Internationale Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker aus den Niederlanden, Belgien, Brasilien, Frankreich, der Schweiz und aus Deutschland stimmen sich auf die besondere Atmosphäre in der gotischen Backsteinarchitektur ein und treffen am ersten Juliwochenende ein enthusiastisches Publikum in der Klosterruine Eldena, dem Sinnbild der deutschen Romantik.

Freitag, 1. Juli 2011

Old York Trio
Jakob Rheinländer b
Jonas Ganzemüller as
Bobby Petrov dr

Marc Perrenoud Trio
Marc Perrenoud p
Cyril Regamey dr
Marco Müller b

Rusconi
Stefan Rusconi p
Fabian Gisler b
Claudio Strüby dr

Samstag, 2. Juli 2011

João Bosco & NDR Bigband
Jörg Achim Keller cond
João Bosco g
Kiko Freitas dr

Ornette etc.
Uschi Brüning voice
Jeanfrançois Prins g
Michael Griener dr
Ernst-Ludwig Petrowsky reeds

Céline Rudolph
Céline Rudolph voc, g
Rüdiger Caruso Krause g, back voc
Peter Fulda p, el-p, back-voc
Marc Muellbauer b
Heinrich Köbberling dr

Weiter Informationen auf www.eldenaer-jazz-evenings.de.

Programm der 31. Eldenaer Jazz Evenings steht fest

Zum 31. mal finden in Greifswald die Eldenaer Jazz Evenings statt. Der Veranstalter hat nunmehr das Programm bekannt gegeben:

Freitag, 1. Juli 2011:
* Old York Trio (NL/USA)
* Marc Perrenoud Trio (CH)
* Rusconi (CH)

Samstag, 2. Juli 2011:
* Ornette etc. (DE)
* João Bosco (BR) & NDR Bigband (DE)
* Céline Rudolph (DE)

Weiter Informationen auf www.eldenaer-jazz-evenings.de.

Tilo Braune für Eldenaer Jazz Evenings geehrt

Am 30.10.2010 wurde in der Aula der Universität Greifswald der Europäische Kulturpreis 2010 verliehen.
Tilo Braune bekam den Preis als Gründervater der Eldenaer Jazz Evenings, die in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen feier- ten. Laudator Ernst-Ludwig Petrowsky, einer der bekanntesten deutschen Jazzmusiker, würdigte Braunes Wirken für dieses international anerkannte Jazz-Festival. „Er ist nicht nur die Personifizierung der Jazz Evenings, er hatte immer ganz alleine auch die Arschkarte“, versicherte der 77-jährige Musiker dem schmunzelnden Publikum. Der Weg sei 30 Jahre voller Schlaglöcher und Abgründe gewesen und kostet heute immer noch so viel Kraft wie am Anfang. Fakt sei, dass Tilo Braune den Preis mehr als verdient habe, denn Jazzmusiker und des Eldenaer Festival hätten den europäischen Gedanken schon lange gelebt und zelebriert, als Politiker noch gar keinen Gedanken daran verschwendeten. Die alljährlich im Juli stattfindenden Jazz Evenings haben bereits über 1000 Musiker in die Klosterruine nach Eldena geholt, darunter viele internationale Jazz-Größen.

Ebenfalls geehrt, für das jahrelange Bemühen um hochwertige Konzert-Events in Mecklenburg-Vorpommern, wurden die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Für ihr Lebenswerk wurden auch die Jazz- und Soulsängerin Uschi Brüning und der Jazz-Saxophonist Ernst-Ludwig Petrowsky ausgezeichnet. Zudem wurde der Philisophieprofessor und Theologe Richard Schröder für sein bürgerliches Engagement geehrt.

Der Europäische Kulturpreis wird traditionell seit 1984 von den Präsidenten des Europarates und des Europäischen Parlaments verliehen. Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, die sich um die Kultur in Europa verdient gemacht haben, sowie Projekte und Initiativen von kulturellem Rang.
(dapd/OZ)

30. Eldenaer Jazz Evenings 2010

Die Eldenaer Jazz Evenings feiern dieses Jahr ihr 30. Jubiläum. An zwei Abenden laden das Kulturamt der Universitäts- und Hansestadt Greifswald und der Kunstverein Art 7 auch dieses Jahr zu einem besonderen Konzert-Erlebnis mit nationalen und internationalen Jazz-Formationen in die romantische Klosterruine Eldena ein:

Freitag 2. Juli 2010:

Samstag, 3. Juli 2010:

» Die Idee zu dem „sanften Jazzfestival von der Küste“ hatten 1980 einige Greifswalder Studenten an einem damals unter Jazz- und Rockfans beliebten Schallplattenabend. Sie gründeten die „Arbeitsgemeinschaft Jazz“ beim Studentenclub Kiste und verabredeten sich, am ersten Juliwochenende des folgenden Jahres in der durch Caspar-David-Friedrichs Gemälde weltbekannten Klosterruine Eldena ein mehrtägiges Jazzkonzert auszurichten. Es gelang den Studenten die damals politisch Verantwortlichen von dieser Idee zu überzeugen und so fanden 1981 die ersten ELDENAER JAZZ EVENINGS statt. Auf der improvisierten Bühne in Eldena trat neben dem italienischen Perkussionisten Andrea Centazzo und den DDR- Gardejazzern Ernst-Ludwig „Luten“ Petrowsky und Günter „Baby“ Sommer auch der westdeutsche Posaunist Albert Mangelsdorff aus Frankfurt/Main auf. Den Höhepunkt des Abends bildete neben den solistischen Konzerten eine damals nicht zulässige, aber bravouröse, quasi ge- samtdeutsche Jam- Session. Der Grundstein für die jetzt jährlich stattfindenden ELDENAER JAZZ EVENINGS war gelegt.
Nach der friedlichen Revolution und der deutschen Wiedervereinigung musste das Festival auf neue finanzielle und organisatorische Beine gestellt werden. Seit 1990 organisiert die Konzerte das Kulturamt der Universitäts- und Hansestadt Greifswald gemeinsam mit dem Kunstverein ART 7. Als besonders hilfreich erwies sich, dass der Jazzpianist und NDR- Redakteur Michael Naura das Festival entdeckte und sich für das „ungeschliffene Juwel“ einsetzte. Ihm und Tilo Braune, dem ehemaligen Gründungsstudenten und damaligen Vorsitzenden des Kunstvereins Art 7, ist es zu verdanken, dass das Festival neue Mitstreiter, Unterstützer und Sympathisanten gewinnen konnte. « (Auszug aus der Pressemitteilung der Universitäts- und Hansestadt Greifswald)

2. und 3. Juli 2010, ab 20:00 Uhr
Klosterruine Eldena, Wolgaster Landstraße, Greifswald
VVK: Stadtinformation Greifswald, Am Markt, Telefon 0383-521380

29. Eldenaer Jazz Evenings 2009

Die Eldenaer Jazz Evenings finden dieses Jahr am 3. und 4. Juli 2009 wie gewohnt in der Kulturstätte der Euroregion POMERANIA Klosterruine Eldena statt. Auch dieses Jahren gehören wieder lokale und internationale Jazzformationen zum ambitioniertes Programm:

Freitag, 3. Juli 2009

Sonnabend, 4. Juli 2009

3. und 4. Juli 2009, 20:00 Uhr
Klosterruine Eldena, Wolgaster Landstraße, Greifswald

28. Eldenaer Jazz Evenings 2008

Für die XXVIII. Eldenaer Jazz Evenings haben die Veranstalter wieder ein ambitioniertes Programm zusammengestellt. Gemäß eines früheren Motto der Eldenaer Jazz Evenings „Tolerante Standpunkte, Reife Sichtweisen, Jugendlicher Geist“ treten Veteranen des deutschen und internationalen Jazz gemeinsam mit jungen Musikern auf. Dazu gehört auch, dass 2008 die Eldenaer Jazz Evenings durch Formationen der lokalen Jazz- und Swingszene aus dem Umfeld der Ernst-Moritz-Arndt-Universität eröffnet werden.

Freitag, den 04.Juli 2008

Sonnabend, den 05.Juli 2008



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