Bloß nicht langweilig werden!

Voll war es nicht am Samstagabend in der Medienwerkstatt aber dafür eines der Highlights unter den diesjährigen Veranstaltungen. Ohne große Umschweife tauchte das Trio Grünen, mit Christian Lillinger (Schlagzeug), Robert Landfermann (fünfsaitiger(!) Kontrabass) und Achim Kaufmann (Klavier), sofort ein in eine Welt aus wundervoll schrägen Klängen. Was sich dem Hörer bot, war eine unglaubliche Klanggewalt. Achim Kaufmann spielte sein, mit Alltagsgegenständen präpariertes Klavier, zwar zum großen Teil mit physischer Zurückhaltung, dafür war das Ergebnis umso eindrücklicher. Kryptische, teils bedrohliche und wundersame Welten taten sich auf. Die technische Raffinesse und der Einfallsreichtum forderten das Publikum deutlich heraus. Robert Landfermann‘s Spiel zeichnete sich durch fein entworfene Farben aus. Mit dem Bogen gestrichene Flageolett-Töne, erzeugten einen fast mystischen Klangteppich. Zu Christian Lillinger braucht man nun nicht mehr viel sagen. Von Beginn an glänzte er mit herausragendem Spiel und ungeheurer Kreativität. Ob es nun der reine Ausdruck an den Drums war, das Einbeziehen des Raumes in seine Klangexplorationen oder die Verwendung ungewöhnlicher Hilfsmittel, wie Küchenutensilien oder Megaphon – es war grandioses Musiktheater. Das Trio legte kaum Unterbrechungen zwischen den Stücken ein. Alles ging ineinander über. Formen wurden herausgearbeitet, gebrochen, assoziative Reihungen vorgenommen. Motive und Strukturen entstanden und lösten sich auf. Dynamische Veränderungen wurden von allen Musikern gleichsam erspürt und weiterentwickelt. Dabei gelang es ihnen stets, die Spannung aufrecht zu erhalten und nie ermüdend den Bogen weiter zu spannen. Auf die Frage an Herrn Lillinger wie ihnen das gelingt entgegnete er nur, dass es ja sonst langweilig werden könnte.
Unermüdlich. Immer weiter. Das war Meta-Musik!
(Stan Klifoth, Oktober 2010)