Aktuelle Beiträge

Jazz beim Nordischen Klang 2010

SO Jazz Quartet (PL/US)

2003 fiel beim Newcomer Jazznachmittag des Nordischen Klangs ein junger polnischer Tenorsaxophonist auf, der einen so reifen und eloquenten Stil vorlegte, dass ihn einige Gäste mit dem US-amerikanischen Blue Note-Star Hank Mobley verglichen. Jetzt kommt Sylwester Ostrowski zurück, und zwar mit sensationeller Besetzung. Das SO Jazz Quartet versammelt weltbekannte Musiker, die an der in Gründung befindlichen Kunst- und Medienakademie Szczecin eine Jazzabteilung aufbauen und dort lehren werden. Sylwester Ostrowski leistet einen Rieseneinsatz für diese Akademie, aber auch als Musiker hat er Beachtliches vorzuweisen, so z.B. eine vom polnischen TV produzierte Musiksendung mit der Sängerin Judy Bady. Ihm zur Seite steht der neben Tomasz Stanko wohl expressivste Trompetist Polens, Piotr Wojtasik, der auch die meisten Kompositionen der Band im druckvollen Neo-Bop geschrieben hat. Sogar zum populärsten Jazzmusiker Polens ist er gewählt worden. Gemeinsame Auftritte und Aufnahmen brachten ihn mit Musikern zusammen wie Billy Harper, Kenny Garrett, Gary Bartz, Dave Liebman, Daniel Humair und Joachim Kühn. Was die Band für europäische Verhältnisse aber so exzeptionell klingen lässt, ist die Rhythmus-Section mit zwei Veteranen der US-amerikanischen Jazzgeschichte: Wayne Dockery, einst Mitglied bei u.a. Art Blakey’s Jazz Messengers, bei Archie Shepp, Sonny Rollins und Stan Getz spielt einen voluminösen, markigen Bass voller Blues-Erde. Und schließlich der Free und Modern Jazz Drummer John Betsch, der zu den Bands von Abdullah Ibrahim, Archie Shepp, Jim Pepper und Mal Waldron gehörte. Er garantiert Jazz mit dem ganz starken Puls.

Roupé/Epstein/Drud/Schelin (SE)

Ed Epstein ist in El Paso, Texas, geboren und kam 1973 nach Schweden, der führenden Jazznation in Europa damals. Heute lebt er in Lund und mischt in der Öresundregion-Szene mit: in der Roger Berg Big Band und in Erling Kroners New Music Orchestra zum Beispiel. Nach Greifswald kommt er mit seinem eigenen Quartett, in dem Bjarne Roupé, Gitarre, und die einer jüngeren Generation angehörenden Musiker Göran Schelin, Bass, und Dennis Drud, Schlagzeug, spielen. Es sind Topmusiker, die wie Epstein zwischen Kopenhagen und Malmö pendeln und mit vielen amerikanischen Gastmusikern aufgetreten sind. Roupé ist auf einer Platte mit Miles Davis zu hören, so lange und so gut ist er im Geschäft.
Epstein spielt zwar auch Tenorsax (zu hören beim Nordischen Klang beim Auftritt von Sylvia Vrethammar mit der Roger Berg Big Band), aber er hat sich am Baritonsax am stärksten profiliert. Als er nach Stockholm kam, war der weltweit berühmteste schwedische Musiker der Baritonsaxophonist Lars Gullin (gestorben 1976). Epsteins moderner Bebop erinnert trotz einer zeitgenössischen Auffassung oft an den schwedischen Cool Jazz, was vor allem in den wunderschönen Balladen und in den Bossa Novas deutlich ist, die die hart groovenden Medium- und Uptempo-Stücke seines Quartett-Repertoires – zur Hauptsache Eigenkompositionen – auflockern. So ein röhrendes, erdig-viriles Baritonsaxophon ist sowieso etwas Herrliches, erst recht, wenn es von einem virtuosen Könner wie Epstein, begleitet von kongenialen Musikern gespielt wird.
Roupé/Epstein/Drud/Schelin ist der Beitrag der Partnerstadt Lund zum diesjährigen Nordischen Klang.

beide Konzerte: 13. Mai 2010, ab 20:00 Uhr
Medienwerkstatt des CDFI, Bahnhofstraße 50, Greifswald
Weiter Informationen unter www.nordischerklang.de.

Borchert / Conquest / Snekkestad

Mit ihrem Trio Borchert / Conquest / Snekkestad demonstriert Johanna Borchert die Fähigkeit, ein Gemenge unterschiedlicher musikalischer Vorlieben zu verbinden. Dabei wird sie unterstützt von The Norman Conquest, verantwortlich für sehr wundersame elektronische Klangfarben und dem Saxophonisten Torben Snekkestad. Dieses internationale Ensemble lässt dabei Free-Elemente und avantgardistische Einflüsse von Cage und Ligeti erkennbar werden, was nicht als direkte Referenz verstanden werden soll. Das Ganze lässt sich zum Glück nicht in klare Worte fassen – mit Schablonenmusik hat diese Musik ohnehin nichts zu tun. Hier geht es mehr um Stimmungen. Der Begriff Jazz muss ja heutzutage sowieso für alles herhalten was nicht klar einzuordnen ist, darum werde ich dem jetzt ganz unkreativ folgen. Es ist zumindest naheliegend hier von Jazz zu sprechen, auch wenn ich nicht klar sagen kann, wie groß hier Kalkül und Improvisationsanteil sind.
Die Klangwelt des Trios ist in der Hauptsache angenehm befremdend. Mit Everytime We Say Goodbye bewegt sich das Trio zunächst noch in recht ruhigem Fahrwasser. Hier erklingen leicht raue Töne vom Piano, Snekkestads Klarinette singt grübelnd darüber. Die anfänglich dunklen Töne werden behutsam mit farbigeren Klängen angereichert.
Doch es geht auch anders: Im Titel Wankelrhythmus wird es unruhig, Borchert treibt das Stück voran, elektronische Fetzen mischen sich mit ein. Mit Einsatz des Snekkestads löst sich das Geschehen rhythmisch auf. Was bleibt ist ein treibender, stets unterbrochener Puls mit einem nun sehr hektischen, überreizten Saxophon. In ähnlicher Art und Weise sind auch die weiteren Stücke angelegt.
Das Trio verzichtet häufig auf klare Grundformen. Alles klingt irgendwie schräg aber dennoch abenteuerlustig. Es entstehen Klangskulpturen die irgendwo zwischen Struktur und Experiment liegen. Die Kompositionen haben alle etwas leicht Bedrohliches, sind fiebrig und erzeugen aufreibende Bilder. Für mich persönlich könnten sie aber etwas länger sein. Immer wenn ein Stück vorbei ist, habe ich den Eindruck nur einen Anfang zu hören, nur vage zu ahnen, was es sagen will und wie es weitergeht. Ein schöner Trip! (Stan Klifoth, April 2010)

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Johanna Borchert

15APR’10 Spoom (DE/DK)

Zum wiederholten Male wird das deutsch-dänische Trio Spoom in Greifswald spielen. Die Musiker Ronny Graupe (Gitarre), Jonas Westergaard (Bass) und Christian Lillinger (Schlagzeug) fanden im Jahr 2004 in Berlin zusammen. Sie werden mit ihren außergewöhnlichen und melodischen Eigenkompositionen einen träumerischen und zugleich schwungvollen Jazz darbieten. Lassen Sie sich von Spoom in eine harmonische frühlingshafte Stimmung versetzen.

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Donnerstag, 15. April 2010, 21:00 Uhr
Koeppenhaus, Bahnhofstraße 4/5, Greifswald

Fotos vom Konzert bei Flickr …

Ronny Graupes Spoom

QUARTz laden zur öffentlichen Probe ein + Veröffentlichung Live-DVD

Das dänische Jazzquartett QUARTz gastiert wieder einmal in ihrer zweiten Heimat. Anlass sind die Aufnahmen für ein neues Album, welches vom 8. und 10. April in Greifswald aufgezeichnet und aufgenommen werden wird.

Mads la Cour Langelund (Trompete/ Flügelhorn), Frederik Vedersø (Gitarre), Andreas Lang (Bass) und Kasper Tom Christiansen (Schlagzeug) laden vor diesem Hintergrund am 8. und 9. April, um 21:00 Uhr, zu einer öffentlichen Probe in die Medienwerkstatt ein.

Gleichzeit feiert ihre erste Live-DVD “So ein muss ich auch live haben” Prämiere. Die Aufnahmen hierzu fanden 2007 in der Medienwerkstatt des CDFIs statt. Die DVD kann an den beiden Abenden zum Sonderpreis käuflich erworben werden.

8. + 9. April 2010, 21:00 Uhr
Medienwerkstatt des CDFI, Bahnhofstraße 50, Greifswald

RS003

19MRZ’10 Niels Ryde New Quartet (DK/SE)

Ob vorsichtig und einfühlsam oder experimentell und die gewohnten harmonischen Grenzen sprengend – das Niels Ryde New Quartet bietet eine weite Spannbreite an Klängen und Kompositionen.
Die vier Musiker Mads la Cour (Trompete), Krister Jansson (Gitarre), Anders Mogensen (Schlagzeug) und der Namensgeber Niels Ryde (Bass) spielen einen Mix aus modern Jazz, lyrischen Balladen und innovativen Improvisationen.
Nach vier Jahren kommt der Jazzbassist Niels Ryde erneut nach Greifswald und wird seine Zuhörer gemeinsam mit seinem neuen Quartett auf eine spannende Reise mitnehmen.

19. März 2010, 21:00 Uhr
Koeppenhaus, Bahnhofstraße 4/5, Greifswald

Fotos vom Konzert bei Flickr …

Niels Ryde

26FEB’10 MSV Brecht (DE)

Die Newcomer-Formation MSV Brecht bewegt sich fließend zwischen Jazz, Rock und experimenteller Musik. Die Berliner Musiker Timo Vollbrecht (Saxophon), Hanno Stick (Schlagzeug), Bernhard Meyer (E-Bass) und Peter Meyer (Guitarre) stellen die Band als improvisierendes Kollektiv in den Vordergrund. Mit ihren Kompositionen weben sie ein Netz bestehend aus ausgedehnten, surrealen Klanglandschaften, elektrisierenden Grooves und behutsam zusammen gedichteten Melodien.
Im Oktober des letzten Jahres erschien ihre CD „Urwaldallee“ beim Label JazzHausMusik.

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Freitag, 26. Februar 2010, 21:00 Uhr
Koeppenhaus, Bahnhofstraße 4/5, Greifswald

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MSV Brecht

Jazz-Lounge mit Thomas Meinecke

Vielseitiger geht es fast nicht: Der Popkulturkenner Thomas Meinecke ist nicht nur als Schriftsteller unterwegs, sondern auch als Hörspielautor, Journalist, Musiker und DJ.
Nach der Lesung aus seinem jüngsten Roman „Jungfrau“ wird er im Café Koeppen Jazz-Musik, u. a. von den Pianistinnen Jutta Hipp und Mary Lou Williams, auflegen.

Mittwoch, 13. Januar 2010, ab 20:00 Uhr
Koeppenhaus, Bahnhofstraße 4/5, Greifswald
Der Eintritt ist frei.

03DEZ’09 Uli Kempendorff Quartet (DE)

Seit über drei Jahren besteht das Uli Kempendorff Quartet. Die Band konzentriert sich auf Kompositionen und Arrangements des Saxophonisten Uli Kempendorff, die ihre Wurzeln in Jazz und improvisierter Musik haben, aber frische Einflüsse im Spannungsfeld zwischen Hanns Eisler oder Blonde Redhead suchen. Neben auskomponierten Stücken mit klaren Rollenverteilungen wird offene Musik gemacht, die den Musikern die Gelegenheit gibt, sich Freiräume zu schaffen, sie zu nutzen und miteinander im ständigen Dialog zu bleiben.

Besetzung:
Uli Kempendorff (Saxophon)
Ronny Graupe (Gitarre)
Marc Muellbauer (Bass)
Kay Lübke (Schlagzeug)

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Donnerstag, 3. Dezember 2009, 21:00 Uhr
Koeppenhaus, Bahnhofstraße 4/5, Greifswald

Uli Kempendorff Quartett

20Nov’09 Marcin & Bartlomiej Brat Oles Duo (PL)

Die Musik der 1973 in Polen geborenen Zwillingsbrüder Bartlomiej Brat Oles (Schlagzeug) und Marcin Oles (Kontrabass) lässt sich nicht in eine bestimmte Schublade stecken – in ihren selbst geschriebenen Stücken finden sich sehr viel Jazzenergie, Improvisationsgeist sowie stimmungsvolle Züge der Kammermusik.
Die beiden Musiker genießen sowohl in ihrer Heimat als auch im Ausland unter Kennern ein hohes Ansehen. Insbesondere mit ihren unkonventionellen Projekten haben sie sich einen Namen gemacht. Sie arbeiten mit renommierten Musikern der polnischen und internationalen Jazzszene zusammen, wie beispielsweise Kenny Werner, Theo Jörgensmann, Erik Friedlander, David Murray, Ken Vandermark, Chris Speed, Andrzej Przybielski, Rudi Mahall, Adam Pieronczyk, Herb Robertson und Rob Brown. Darüber hinaus sind die Oles-Brüder nicht nur als Jazzmusiker tätig. Neben vielen Eigenkompositionen, durch die sich ihre umfangreiche Diskographie auszeichnet, schreiben sie Musik für polnische Theater- und Filmproduktionen.

Immer wieder auf ein Neues bestimmen die beiden Brüder die improvisierte Musik. Und so werden sie sich während ihres Gastspiels in Greifswald mit einer im Jazz äußerst selten präsentierten Form des Duettes auseinandersetzen, die ausschließlich aus einer rhythmischen Einheit besteht: Kontrabass und Schlagzeug. Auch wenn die Besetzung klein ist, ist ihre Musik doch beeindruckend groß, reich und originell.
2008 haben die beiden Brüder ihr eigenes Label „Fenommedia“ gegründet, bei dem auch ihr aktuelles Projekt „Duo“ erschienen ist.

Freitag, 20. November 2009, 22:00 Uhr
Koeppenhaus, Bahnhofstraße 4/5, Greifswald
Ein Konzert im Rahmen des polenmARkT 2009

Marcin & Bartl‚omiej Brat Oles

14Nov’09 Philm (DE, DK)

Der urberliner und in Greifswald sehr geschätzte Saxofonist Philipp Gropper hat sich in den letzten Monaten einem neuen Projekt, welches den interessanten Namen Philm trägt, gewidmet.
Künstlerisches Ziel ist, verschiedenste parallel existierende Realitäten musikalisch zu skizzieren.
Prägend für den Sound von Philm ist die Tatsache, daß hier vier komplexe Charaktere aufeinander treffen: Philipp Gropper (Saxophon), Carsten Daerr (Piano), Andreas Lang (Bass) und Oliver Steidle (Schlagzeug).

Sonnabend, 14. November 2009, 21:00 Uhr
Medienwerkstatt des CDFI, Bahnhofstraße 50, Greifswald

Fotos vom Konzert bei Flickr …

Philm, Philipp Gropper



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